Das gelte  für alle anstehenden strukturellen Entscheidungen, etwa für den zukünftigen Auftrag der Öffentlich-Rechtlichen, zu den aktuellen Initiativen auf europäischer Ebene, sowie für regionale Strukturentscheidungen wie die Neugestaltung der Radiolandschaft in Nordrheiin-Westfalen.

"2021 wird ein Entscheidungsjahr - auch im Sinne der Zukunft und der Medienvielfalt privater Medien", so Kümmel. Anders als 2020 gehe man nicht mit einem guten Start ins Jahr, sondern mit den Belastungen durch Corona. Wirtschaftliche Einbußen habe es in erster Linie durch den Einbruch der Werbeeinnahmen gegeben, aber auch der Wegfall von Events habe dazu beigetragen.

Kompensation von Corona-Schäden ist dringend erforderlich

Einige Häuser seien in den letzten Monaten in den "deutlich zweistelligen Minusbereich" gerutscht. Dabei seien aber Unternehmen, die trotz der Verluste oberhalb jeder Schwelle bleiben, ab der eine Förderung erhältlich wäre. Die Folge: Bei einigen kleinen, vor allem lokalen Anbietern, könne man daher Insolvenzen nicht mehr ausschließen. Der Verband fordert daher die Politik zur Kompensation coronabedingter wirtschaftlicher Schäden auf - andernfalls könnte ein nachhaltiger Schaden für die Medienvielfalt drohen.

Die Lücke in den Einnahmen treffe nicht nur TV, sondern vor allem auch den Bereich Audio, klagt Bereichsleiter Marco Maier. Dabei habe vor allem Radio in den letzten Monaten wieder verstärkt seine Stärke im Bereich Public Value unter Beweis gestellt. Auch er gibt seiner Hoffnung nach Förderung Ausdruck. Denn ohne ausreichende finanzielle Basis bekomme der Audio-Bereich ein gravierendes Problem im Bereich der Digitalisierung: Es bestehe die Gefahr, "abgehängt" zu werden, "weil in vieles nicht mehr investiert werden kann", so Maier.



Manuela Pauker
Autor: Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde